Freitag, 15. Mai 2015

"Onkelküser" Themenrundweg

Wanderung vom 14.05.2015


Feiertag, Wandertag. Die Sonne strahlt von einem leuchtend blauen Himmel, nur ein paar Schleierwolken sind zu sehen. Es ist nicht mehr ganz so warm wie unter der Woche, aber egal - Hauptsache Sonne satt.

Punkt 8 Uhr stehe ich schon beim Bäcker, um mir meinen Proviant zu kaufen. Dann schnell heim, Rucksack packen, und ab zum Auto.

Für heute habe ich mir den "Onkelküser" Themenrundweg ausgesucht, ein Rundwanderweg über die Höhen rund um Unglinghausen, einem Dorf in unserer Nachbargemeinde Netphen.

Ich kann es kaum erwarten, endlich loszuziehen. Die Natur steht in voller Blüte, saftiges Grün, soweit das Auge reicht.

Parken kann man an der Bürgerbegegnungsstätte in Unglinghausen, welche auch der erste Themenpunkt ist. 1924 als Volks- und Sonderschule erbaut, ist sie nun ein Treffpunkt, an dem auch gerne gefeiert wird. Heute ist es ruhig, nur ein Auto steht bereits auf dem Parkplatz.

Bürgerbegegnungsstätte im Ort, Parkplatz und Start/Ziel des Rundwegs

Eines der beiden Wanderzeichen, die den Weg weisen.

Und los geht´s. Erst einmal an der Hauptstraße entlang. Am heutigen Feiertag ist es sehr ruhig im Ort, nur selten fährt mal ein Auto vorbei. Ich mag ja eigentlich keine Ortsdurchwanderungen, aber die blühenden Vorgärten der Unglinghäuser sorgen für Kurzweil.
Themenpunkt 2 erscheint zu meiner Linken, das Geburtshaus von Jacob Heinrich Schmick (1824 - 1905). An dieser Stelle oute ich mit mal als "Kulturbanause innerorts". Alles, was es in Wald und Flur zu entdecken gibt, hat mein größtes Interesse. Deswegen marschiere ich direkt weiter. Okay, ein Foto.

Geburtshaus Jacob Heinrich Schmick

Ein ruhiger Feiertagsmorgen in Unglinghausen

Um so erfreuter bin ich, als der Ortsausgang erreicht ist, und der Weg nach links abbiegt. Natur, ich komme.

Gleich geht es in den Wald

Über den Unglinghäuser Bach geht es zunächst noch an ein paar Wohnhäusern vorbei, dann endlich Natur. Der Weg steigt stetig an, zuerst noch über Asphalt, dann auf einem schotterigen Wirtschaftsweg.

Saftiges Grün in der Morgensonne

Blick zurück nach Unglinghausen

Bald ist die Zivilisation hinter der nächsten Kurve verschwunden, und ich genieße den angenehmen Anstieg. Die Vögel zwitschern, was das Zeug hält, und es duftet nach Wald, herrlich.

Mit der ehemaligen Grube Waidmann ist der nächste Themenpunkt erreicht. Der Stolleneingang ist liebevoll restauriert, und eine Hinweistafel informiert über den einstigen Grubenbetrieb von 1893 bis 1910.
Durch das Gitter schaue ich in den Stollen. Alles dunkel, da nützt auch der Kamerablitz nicht viel. Aber trotzdem toll.

Grube Waidmann

Blick in den dunklen Stollen

Der Weg macht nun eine scharfe Linkskurve, und die Steigung ist kaum noch zu spüren. Er ist immer noch recht breit, aber nicht mehr so schotterlastig. Links Nadel- und rechts Laubwald. Bisher ist mir noch keine Menschenseele begegnet. Ob ich wohl Vatertagsgruppen mit Bollerwagen treffen werde?

Der Wald zu meiner Linken lichtet sich und gibt eine wundervolle Aussicht frei. Eine Bank läd geradezu ein, sich zu setzen und zu genießen. Über Nieder-Unglinghausen schweift mein Blick über die Höhen, die ich später entlang wandern werde. Ist das schön hier. Neben meiner Kamera mach ich auch schnell noch ein Handyfoto. Das Wanderhexchen ist mittlerweile modern und postet ein Bild auf Facebook, für  Freunde und Bekannte. Es lebe das mobile Internet.....

Rastplatz mit herrlichster Aussicht

Blick auf Nieder-Unglinghausen und den späteren Wegverlauf

Ich habe Zeit und bleibe noch eine ganze Weile dort sitzen.

Dann aber langsam weiter. Immer wieder bieten sich Ausblicke, mittlerweile in beide Richtungen. Schließlich erreiche ich die Straße zwischen Unglinghausen und Herzhausen, die es zu überqueren gilt. In einiger Entfernung entdecke ich unsere Hilchenbacher Windräder sowie die Ginsburg und den Gillerberg. Der Löwenzahn ist nun bald verblüht, aber der Ginster leuchtet wunderbar gelb.

Volle Blüte

Hilchenbacher Windpark in Sicht

Blick Richtung Giller und Ginsburg

Abwechseld durch Wald- und ehemalige Kyrillflächen geht es sanft auf und ab. Und endlich treffe ich den ersten Menschen für heute in Gestalt eines Reiters. Kommt mir entgegen, biegt aber nach links ab.

Immer wieder etwas Ausblick

Dafür informieren gleich zwei Tafeln hintereinander über die Besonderheiten vor Ort. Zum einen befinde ich mich hier im ehemaligen Grubengebiet der Lichtenhardt, zum anderen wurden hier Anno 1951 jungsteinzeitliche Tonscherben gefunden. Also ein Ort mit bewegter  Vergangenheit.

Bewegung kommt mir nun auch entgegen. Vier Mountainbiker radeln fröhlich grüßend vorbei. Es gibt also doch noch Leute, die hier oben unterwegs sind.

Der Weg taucht wieder in den Wald ein, es geht nun ins Quellgebiet des Sineborn, einem möglichen Standort alter Schmelzöfen.
Die Quelle ist leicht zu finden, ein schöner Stein steht unübersehbar am Wegesrand. Eine flache Treppe führt hinunter zur gefassten Quelle, es gibt auch eine etwas morsche Bank.

Aufschrift am unteren Rand: Ohne Wasser kein Leben - ein wahrer Spruch

Quelle und Ruhebank

Durch leuchtend grünen Buchenwald geht es weiter auf der Lichtenhardt. Die nächste Tafel kommt in Sicht. Aha, der höchste Punkt des Rundwegs ist erreicht, auf 494 m. Bei gutem Wetter soll man hier eine Aussicht bis in den Westerwald haben. Junge Birken und Fichten sowie Ginsterbüsche versperren ein wenig die Sicht, aber einen kleinen Blick kann ich doch erhaschen.

Ein bisschen Fernsicht ohne Westerwald

In ein paar Jahren wird man hier keine Fernsicht mehr haben, die jungen Bäume wachsen nun mal weiter. Hihi, dann kann das Hinweisschild weg....

Durch leuchtend grünen Buchenwald geht es weiter über die Lichtenhardt.
Ein Weg quert, und ich treffe auf einen alten Bekannten. Das ist der Rothaarsteig-Zuweg vom Giller nach Kreuztal, den ich im November gewandert bin. Ihm werde ich nun eine Zeitlang folgen. So schön die Tour vor einem halben Jahr auch war, im Frühling und mit Sonnenschein ist es doch schöner.

Das gelbe Zeichen kenne ich doch...

Hier ist auch gleich etwas mehr Betrieb. Zwei Joggerinnen kommen mir entgegen, ein Reiter überholt mich, dann noch einer. Kurz vor der Kredenbacher Höhe kommen noch Nordic-Walker und Spaziergänger dazu.

Schnell husche ich über die Straße und laufe am kleinen Wanderparkplatz vorbei. Hier begegnen mir dann auch die ersten Wanderer.
Kurze Zeit später habe ich den Weg wieder für mich allein -  erstmal.

So macht wandern Spaß

Jetzt heißt es Augen auf. In Kürze geht es zur Waldesstille, einer Lichtung mit 180jährigem Eichenbestand. Habe ich im November übersehen. Allerdings auch nicht die Hinweistafel gelesen, nur auf der Karte entdeckt.
Der Abzweig ist bald erreicht, und die Eichen kann ich auch schon sehen. Zur Waldesstille geht es ca 30 m vom Hauptweg ab.
Ein wirklich friedlicher Ort mit vielen Bänken zum verweilen. An Pfingsten findet hier jährlich ein Open-Air-Gottesdienst statt. Das stelle ich mir sehr schön vor.

Die Waldesstille, ein idyllischer Ort

Nachdem immer mehr Spaziergänger hierher kommen, verlasse ich den friedlichen Ort wieder und folge dem Wanderweg. Weit ist es nicht mehr bis zur Wolfsbornquelle, an der ich den vertrauten Weg verlasse.
Es ist schon interessant. Im November waren viele Leute unterwegs, heute habe ich die Quelle für mich. So kann ich in Ruhe fotografieren. Die Bilder vom November waren ein wenig verwackelt durch den bedeckten Himmel.

Schutzhütte Nähe Wolfsbornquelle

Sonnenschein an der Wolfsbornquelle

Auf weichem Waldboden geht es nun stetig bergab. Hier kommen mir noch zwei Reiter entgegen. Der Weg wird etwas breiter, und kurz darauf steht die dritte und letzte Straßenüberquerung an. Es ist die Straße von Unglinghausen nach Obersetzen. Auf der anderen Seite steigt der Weg wieder an, und es gibt Aussicht Richtung Obersetzen und Siegen.

Noch ein weiter Blick ins Siegerland

Durch hohen Fichtenwald geht es weiter den Berg hoch. Schön, wie die Sonne durch die Bäume scheint. Ich höre wieder einen Specht, kann ihn aber auch diesmal nicht entdecken.

Durch hohe Fichten geht es weiter

Schließlich neigt sich der Weg wieder. An der alten Grenzeiche, die die Gemarkungen von Unglinghausen und Obersetzen markiert, treffe ich dann auch endlich auf die erste Vatertagstruppe. Eine Gruppe aus mehreren Generationen, vom Opa bis zum Enkel, macht hier Rast und grüßt fröhlich. Eine kleine Gitterbox auf Rädern, die den Bollerwagen ersetzt, ist zünftig mit Birkenzweigen geschmückt und enthält Getränke aller Art für Jung und alt.

Der Wegweiser verwirrt mich ein wenig. So ganz wird mir nicht klar, wohin der Pfeil am Baum zeigt. Nach rechts? Nee, falsch, das ist der Netphener Rundweg. Vielleicht nach ganz rechts?
Die Herren der Wandergruppe fragen, ob sie helfen können und schicken mich auf den richtigen Weg. Vielen Dank noch einmal. Kurze Zeit später entdecke ich auch wieder mein Wanderzeichen.

Jetzt geht es recht steil den Berg runter. Das Bächlein, das an der Wolfsbornquelle entspringt, windet sich ins Tal. Wie es wohl heißt? Wolfsbornquellbach? Notiz an mich: zu Hause auf der Online-Karte nachschauen.

Der Weg zweigt nach links ab, jetzt geht es auf angenehm weichen Boden eben durch Buchenwald.

Angenehm zu laufen

Auf einmal sind Autos zu hören. Ein Blick die mittlerweile steile Böschung runter, und ich kann die Straße nach Unglinghausen entdecken. Bald darauf kommen auch die ersten Häuser in Sicht. Wird langsam Zeit für eine längere Rast, sonst schleppe ich mein Picknick wieder mit nach Hause.

Es dauert auch nicht mehr lange, und ich entdecke die perfekte Bank mit Aussicht. Super, sogar ein altes Holzbrett als Tisch gibt es. Super, hier gefällt´s mir.

Die Bank ist mein

Herrlich ist es, hier zu sitzen. Ich habe einen klasse Rundblick auf die gelaufene Strecke und entdecke sogar die Bank meiner ersten Pause. Zeit für einen Blick durch´s Fernglas. Ha, da oben sitzt jemand, ist gut zu erkennen.

Rechts oberhalb der großen Tannen steht die Bank mit der wundervollen Aussicht

Es macht Spaß, die Landschaft durch das Fernglas zu betrachten. Ich entdecke noch einige markante Punkte des gewanderten Weges.

Nun ist aber Zeit zum Weiterziehen. Es ist jetzt nicht mehr weit bis zum Auto.
Die breiten Zaunpfähle laden ein, es mal mit einem Wander-Selfie zu probieren. Naja, das Ergebnis ist so lala.

Selfies muss ich noch üben....*grins*

Der restliche Abstieg ist recht unspektakulär, es geht bald ins Dorf. Durch ein Neubaugebiet wandere ich zur Hauptstraße und kann noch einmal den Weg von heute morgen entdecken.


Dort hinten ging es vor einigen Stunden bergauf

Mittlerweile ist mir doch ganz schön warm in meiner Fleecejacke. Aber man sollte das Lüftchen nicht unterschätzen.
An der Hauptstraße geht es nun wieder zurück zur Bürgerbegegnungsstätte. Komisch, heute morgen hat sich der Weg nicht so gezogen.

Nettes Plätzchen im Dorf

Wieder zurück von der Tour

Nach gut 4,5 Stunden bin ich dann wieder beim Auto. Erster Blick auf´s Thermometer, 18°C. Hui, kam mir am Ende wärmer vor.


Fazit: Ein wunderbarer Rundweg, von dem ich sicher noch ein paar Tage schwärmen werde. Abwechslungsreiche Natur, mal durch Laub-, mal durch Nadelwald, immer wieder herrliche Ausblicke. Hier kommt keine Langeweile auf.
Uneingeschränkt zu empfehlen.

Hier gibt es viele Infos und Bilder zum Weg:

http://www.unglinghausen.de/sehenswurdigkeiten/onkelkuser-themenrundweg

Montag, 13. April 2015

Historischer Rundweg Achenbach

Wanderung vom 12.04.2015


Endlich wieder wandern. Den Winter über habe ich mir eine Wunsch-Wanderliste per Exel erstellt, damit ich nicht vergesse, wo ich noch wandern möchte.

Der heutige Tag verspricht viel Sonne und bis zu 16°C. Perfekt, um meine persönliche Wandersaison zu starten.

Ich habe mir den historischen Rundweg Achenbach ausgesucht, ein etwas über 11 Km langen Themenweg, der im Siegener Stadtteil Achenbach beginnt. "Von der La-Tene-Zeit in die Moderne", das Motto verspricht viel Abwechslung, und die Bilder in der Wegbeschreibung lassen auf einen Tag in schöner Natur hoffen.

Um viertel vor 10 fahre ich auf den Parkplatz des Edeka-Marktes in Achenbach, direkt gegenüber des Wanderportals. Mein neuer Rucksack sitzt perfekt, also Stöcke geschnappt und über die Straße.

Der Weg beginnt an der Gedenkstätte für die belgische Garnison, die bis 1991 in Siegen stationiert war.

Ein Tor zur ehemaligen belgischen Kaserne, dahinter der Gedenkstein

Wegbeschreibung auf der ersten Infotafel

Nach kurzer Information marschiere ich los. Es geht ein Stück an der Hauptstraße in Richtung Alt-Achenbach entlang. Kaum Verkehr, wenig los, ein richtiger Sonntagmorgen.

Im Hintergrund ist schon der Abzweig des Weges nach oben zu sehen.

Nach knapp 300 Metern Straße biegt der Wanderweg nach rechts oben ab. Nur wenige Meter, und die nächste Station ist erreicht. Die Friedenskirche, Schenkung einer amerikanischen Gemeinde nach dem Krieg. Sie stand zuerst dort, wo heute die Siegerlandhalle steht und wurde nach dem Bau derselben hier in Achenbach wieder aufgestellt.

Friedenskirche

Unterhalb der Kirche hat man einen Blick nach Achenbach

Auf einem Waldpfad geht es weiter. Viele Hundebesitzer nutzen diesen Weg für eine Runde mit ihren Vierbeinern.

Es geht hier am Engsbachtal entlang. Hier am Hang fanden Archäologen 1933 und 1934 die ersten Schmelzöfen im Siegerland, was auf einen vorgeschichtlichen Hüttenbetrieb schließt. Viele der sogenannten Rennöfen wurden ausgegraben. Einer ist im Siegerland-Museum im oberen Schloss zu bewundern.

Einen solchen Ofen hat man hier am Weg originalgetreu nachgebaut. Himweistafeln in formieren über den damaligen Betrieb eines solchen Ofens. Sehr interessant.

Nachbau eines Rennofens aus vorgeschichtlicher Zeit

Der Weg steigt angenehm an, und so langsam lässt der Geräuschpegel der Autos nach. Vogelgezwitscher dominiert, die gefiederten Sänger geben wirklich alles an diesem sonnigen Sonntagmorgen. Ich finde es herrlich.

Auf einmal zweigt der Weg nach links ab. Man wird in das steile Ufer des Engsbach geleitet. Auf einem Trampelpfad geht es am Bach entlang. Super.

Steil geht es runter an den Bach

Wildes Engsbachtal

Schließlich steigt man wieder auf den Weg auf. Inzwischen ist mir eine vierköpfige Spaziergängergruppe auf den Fersen, ich kann sie am Bach hören.

Am rechten Wegesrand erinnert eine kleine Gedenkstätte an einen belgischen Soldaten, der während eines Geländelaufes an dieser Stelle am Sekundentod starb. Auf der anderen Seiten informiert eine Tafel über die Eisenverhüttung vergangener Zeiten. Während ich lese, zieht mein Verfolgerfeld vorbei.

Der Weg steigt nun etwas steiler an. Ich erreiche eine Wegekreuzung, an der eine Bank steht. Kurz setzen, Stille genießen und Abstand zu den Spaziergängern vergrößern.

Okay, weiter geht es. Immer noch leicht bergan durch hohen Fichtenwald. Nicht lange, und ich bin oben. Hektisches Stockgeklapper von hinten kündigt Nordic-Walker an, die mit einem "Hallo" an mir vorbei ziehen und flott den Weg abwärts marschieren. Ich schlendere hinterher und schaue auf irgendwelche Betonbauten hinter einem Zaun. Sollte das der ehemalige Schießstand der deutschen Wehrmacht sein, der nun zu einer Erholungsanlage umgebaut wird? Sollte ich nicht unterhalb davon vorbeilaufen? Ich meine, auf der Karte im Internet war das so.
Am Ende des Weges merke ich dann auch, dass hier keine Wanderzeichen mehr zu sehen sind.
Schön, ohne Verlaufer wird es bei mir wohl nie gehen. Also zurück - marsch, marsch, jeder Gang macht schlank. Sind ja nur knapp 500 m.

Allerdings hätte ich dann auch nicht den Gruß an die Wanderer gesehen, den jemand auf einem Baumstupf hinterlassen hat.


Weihnachtlich-österlicher Gruß an die Wanderer

Wieder zurück auf der kleinen Anhöhe entdecke ich auch mein Wanderzeichen wieder, das gut sichtbar nach rechts zeigt. Merke: Nicht den Walkern hinterher laufen, sondern Wegezeichen gucken....

Es geht auf einem ebenen Weg weiter, links Laubwald, rechts Nadelwald. Nach nur wenigen Metern erreiche ich die neue Straße am Rande der Siedlung am Fischbacher Berg. Hier wurde die Wegführung leicht geändert. Normalerweise ginge es kurz die Straße entlang und dann wieder auf einen Waldweg. Jetzt aber wird der Wanderer direkt in den Wald geleitet. Man kürzt quasi ab und läuft fast weglos durch hohe Laubbäume. Witzig.

 
Es geht mitten durch den noch kahlen Wald.


Gegenüber einer Kleingartenanlage komme ich wieder auf den Weg und schaue zurück. Sieht schon lustig aus. Man könnte meinen, die Wanderer irren durch den Wald, weil der Weg kaum zu erkennen ist.


Durch den Wald ist die Straße zum ehemaligen Schießstand zu erkennen.

Am Rande einer Kleingartenkolonie geht es normal weiter

Am Ende der Kleingartenkolonie geht es im Zick-Zack auf einen schönen Waldweg. Der Abstieg ins Numbachtal beginnt, und das ist richtig toll. Menschliche Geräusche sind nicht mehr zu hören. Links plätschert der Numbach, und viele Vögel zwitschern. Ich höre sogar einen Specht klopfen, kann ihn aber nicht sehen. Natur pur, Genuss pur.

Der Numbach begleitet den Wanderer ins Tal

Genuss für Augen und Ohren

Nach einer Weile wird der Weg ziemlich matschig. Ich bin dankbar für meine Wanderstöcke, sie helfen mir dabei,  am schmalen Wegesrand entlang zu gehen. An einer Stelle hat sogar jemand große Steine in den Matsch gelegt, als Hilfe. Trotzdem ist es immer noch wunderbar.
Es hat schon etwas von Abenteuer, als ich auch noch unter einem umgestürzten Baum durch gehe.

Abenteuer-Passage

Nach kurzer Zeit wird der Weg wieder trockener, und ich erreiche eine Kreuzung mit Bank. Ich setze mich kurz in und versuche, mit den Stockspitzen den Matsch von den Schuhen zu kratzen. Klappt nicht wirklich gut, aber der Weg ist mit Gras bewachsen, da werden die Schuhe sicher wieder sauber.

Blick zurück von der Bank aus

Matsche-Füße

Auf die Idee, im seichten Bachbett zu waten, komme ich nicht.....

Der Weg geht weiter oberhalb des Numbaches. Auf einmal kommen Häuser in Sicht, die Numbach-Siedlung. Man braucht aber nicht durch Wohngebiet laufen, sondern wird über eine Brücke über den Bach geleitet, um dann auf einer Wiese weiter zum Wald zu gehen. Das gefällt mir sehr gut.

Auf der Brücke über den Numbach

Über die Wiese zum Wald

Der Weg endet an einem Wanderparkplatz. Nur wenige Schritte über Asphalt, und ich bin wieder auf einem Wirtschaftsweg.
Es geht nun wieder stetig bergauf, der Buberg wartet.

Nun sind auch wieder Autos zu hören, die im Tal von Siegen Richtung Autobahnauffahrt Freudenberg und zurück fahren. Viel los an diesem sonnigen Tag. Ab und zu kann ich durch die noch kahlen Bäume auch mal einen Blick auf Truppbach erhaschen

Angenehmer Anstieg auf den Bubrerg

Sicht auf Truppbach

Immer höher geht es den Berg rauf, und bald dominieren wieder die Geräusche der Natur. Die Sonne scheint mir auf den Pelz, es weht ein laues Lüftchen, und ich könnte gerade singen, so wohl fühle ich mich.

Im Sommer wird man diese Aussicht nicht haben

Hier macht wandern richtig Spaß

Bald wechselt der Wald, und es geht durch historischen, teilweise noch bewirtschafteten Siegerländer Hauberg. Hier begegnen mir auch die ersten Wanderer seit den Nordic-Walkern. Ein Paar hat die Stöcke beiseite gelegt und schaut aufs Smartphone, um sich zu orientieren. Ein kurzer Gruß, und ich bin wieder allein.

Echt Siegerländer Hauberg

So langsam signalisiert mir mein Magen, dass er Hunger hat. Na, wir sind bestimmt bald oben und werden eine Bank finden.

Aber noch geht es sanft bergauf. Es wechselt wieder zu hohem Nadelwald. An einem Abzweig weist eine Hinweistafel darauf hin, dass man ab jetzt ein Stück Jakobsweg geht, auf der alten Route von Marburg nach Köln. Ein wundervoller Weg.

Ab hier geht es auf dem Jakobsweg weiter

So kann man das Wandern genießen

Ein gelber laminierter Zettel an einem Baum weist den Wanderer auf einen historischen Grenzstein hin. Den würde man sonst wirklich übersehen.

Ein sehr alter Grenzstein direkt am Weg

Bald darauf geht es wieder durch ein Stück Hauberg. Eine weitere Hinweistafel taucht am Wegesrand auf und informiert den Wanderer, dass er in 300 m die höchste Stelle des Weges erreicht, den starken Buberg auf 431 m Höhe. Es gibt Fernsichten auf die Truppbacher Heide und die Siegtalbrücke, höchste Brücke der A 45.
Ich freu mich wie Bolle. Aussicht, Bank, Pause, Hunger....

An einem Wasserhäuschen knickt der Weg nach links ab, und ich kann schon die Freifläche unter einer Hochspannungsleitung entdecken. Naja, so ganz frei ist sie nicht, Ginsterbüsche sind schon gut hoch gewachsen. Aber ein Weg unterhalb der Strommasten sorgt dennoch für die versprochene Aussicht.


Blick vom starken Buberg (431 m)...

...auf die Siegtalbrücke in der Bildmitte

Das ist wirklich schön. Aber eine Bank suche ich vergeblich, die gibt es hier oben nicht. Schade, würde Sinn machen. Für ein Picknick auf der Wiese ist mir der Boden noch zu kalt.
Also weiter....

Es geht nun wieder leicht bergab. Ein neues Geräusch gesellt sich zum Vogelzwitschern. Die Autobahn ist ganz in der Nähe, ordentlich Verkehr auf der A 45. Das gibt aber Punktabzug in der B-Note.

Aber ich bekomme endlich meine Bank mit Aussicht Richtung Freudenberg. Große Freude auch bei mir. An einer Wegekreuzung steht sie und wird gleich in Beschlag genommen. Das tut gut. Da stört sogar das Brummen auf der A 45 nicht so arg.

Rastplatz mit Aussicht

Picknick auf der lang herbeigesehnten Bank

Witzig ist es schon. Die ganze Zeit begegnet mir keine Menschenseele. Jetzt, wo ich hier sitze, ziehen sie in Scharen vorbei. Spaziergänger von rechts, Mountainbiker von links, Jogger von rechts, Wanderer von links. Ich komme aus dem Grüßen gar nicht raus.

Nach einer guten halben Stunde packe ich mein Zeug auch wieder ein. Die Bank steht im Schatten, und es weht ein gutes Lüftchen. Sogar meine Finger sind schon ziemlich kalt.

Auf dem Höhenweg geht es weiter, ein sehr schöner Weg.

Wander- und Pilgerweg in einem
 
Ein schöner Höhenweg



Bevor der Lärm von der Autobahn zu laut wird, knickt der Weg scharf nach links ab und geht etwas steiler bergab. Es wird wieder etwas ruhiger. Man kreuzt den Europäischen Fernwanderweg E 1 und erreicht bald darauf die Quelle des Achenbaches. Ohne das auffällige Hinweisschild würde man sie glatt übersehen.

Klein aber fein, die Achenbach-Quelle
 
Über der Quelle

Am Wegesrand liegen einige vermooste Baumstämme. Sie sind mit Pilzen bewachsen und schön anzusehen. Ich versuche mich auch mal als Naturfotografin.

Stillleben in Pilz

Noch ein großer Bogen, und der Weg verlässt den Wald. Über Wiesen geht es weiter, den Siegener Fernsehturm im Blick. Hier wird der Wanderer auch wieder mit Bänken verwöhnt.

Aus dem Wald geht es über frisches Grün

Gegenüber einer Bank hängt ein kleines Kästchen an einem Baum. Ich muss mich schon ganz schön lang machen, um den Text zu lesen. Ein friedlicher Platz zum Innehalten.

Am Ende der Wiese befindet sich ein schöner Rastplatz

.....

Der Weg führt nun wieder am Wald entlang Richtung Großenbachtal. Auch dort gibt es einen wunderschönen Platz zum Rasten. Man passiert die Großenbachquelle, die nun wirklich nicht zu übersehen ist...


Rastplatz mit Blick ins Tal

Großenbach-Quelle
 
Das Großenbachtal


In einem großen Bogen umwandert man dieses Schöne Tal und erreicht bald darauf die ersten Häuser von Achenbach.
Hier mogele ich unbewusst. Ich hätte links in den Wald abbiegen müssen. Das ist mir erst daheim aufgefallen, als ich meine aufgezeichnete Strecke mit dem Original verglichen habe.

Ortseingang von Achenbach, die offizielle Wegführung geht links durch den Wald...

Aber das macht nichts. Es macht Freude, durch Achenbach zu laufen. Stadtnah und trotzdem dörflich und ruhig und soviel Natur umzu. Hier könnte ich auch leben.

Weg durch das schöne Dorf

Das ich trotzdem richtig bin, bemerke ich, als die alte Schule in Sicht kommt. Hier gibt es auch wieder Wanderzeichen.
Der Weg führt ein kleines Stück an der Hauptstraße entlang, die man an der Ampel überqueren muss. Danach geht es auf einem Fußweg durch das Tal, fern der Hauptstraße. Man meint wirklich nicht, dass man noch im Ort ist.

Die alte Schule an der Haupstraße

Fußweg zwischen Hauptstraße (links) und Wohnhäusern (rechts)

Schließlich holt einen die Moderne wieder ein, als am Hang das Architekten-Haus "Sky-Cube" auftaucht. Das passt so gar nicht ins Ortsbild...

Sehr modern, der Sky-Cube

Unter dem Haus führt der Weg wunderschön weiter bis zum Ortsteil Achenbach-Furt. Eine Furt ist eine seichte Stelle in einem Bach, an der Fuhrwerke durchfahren können. So etwas hat es früher hier gegeben, daher wohl der Name.
Auf der anderen Straßenseite steht die Sieges-Eiche, die 1871 gepflanzt wurde.

Bachlauf unterhalb des Sky-Cube

Der Weg erlaubt Einblicke in die Gärten der Anwohner

Die prächtige Sieges-Eiche

Die Straße führt den Berg hinauf auf die Hauptstraße und bietet noch Blicke über Achenbach.

Autobahnzubringer zur A 45

Blick zurück
Wieder an der Hauptstraße, ist es nicht mehr weit bis zum Parkplatz. Nach gut 4,5 Stunden bin ich zurück beim Auto.

Die letzten Meter zum Parkplatz


Blick vom Parkplatz über den Kreisel Richtung Siegen




Fazit: Ein herrlicher Wanderweg durch abwechslungsreiche Natur mit einigen wunderbaren Ausblicken. Die Hinweistafeln sind sehr interessant und kurzweilig zu lesen. Sehr empfehlenswert.

Hier gibt es alle Hinweise zum Weg:

http://www.siegen-achenbach.de/der-heimatverein/projekte/historischer-wanderweg/