Montag, 22. Juni 2015

Große Runde zur Ginsburg

Wanderung vom 12.06.2015


Für den heutigen Tag ist viel Sonne und viel warm gemeldet, mein absolutes Lieblings-Wanderwetter. Nur über die Route bin ich mir noch nicht einig. Es soll auf jeden Fall mal eine etwas längere Tour werden.

Von Hilchenbach nach Erndtebrück würde sich anbieten, da habe ich mir schon eine 18 km-Strecke gebastelt. Allerdings geht es von Lützel an zwar schön an der Eder entlang, aber die B 62 ist immer in Hörweite. Und an einem Freitag ist dort ordentlich Verkehr.

Andererseits gibt es auf der ersten Hälfte der Strecke einiges, was ich uuuuunbedingt sehen will. Zum einen die im letzten Jahr renaturierte Ferndorfquelle. Zum anderen einige Hohlwege, die auf TIM online gut zu sehen sind. Außerdem liegt ein Cache da oben.

Jahaaa, Hexchen goes Geocaching. Ich habe mich im Winter durch das Thema gelesen und dachte mir, warum nicht mal probieren? Wandern wird immer an erster Stelle stehen, aber wenn zufällig ein Cache am Weg versteckt ist...

Theorie okay, Praxis, ups. Ich habe mich zwar schon auf einer GC-Seite registriert und auch schon eine passende App auf dem Handy, aber noch nicht  probiert. Egal, Versuch macht kluch.

Und so stehe ich bereits um viertel nach acht vor der Haustür und lasse meinen kleinen Tracker Satelliten suchen. Dann man los...

Noch keine 500 m von zu Hause weg, zücke ich schon meine Kamera. Warum nicht auch mal das Heimatstädtchen ablichten?

Blick auf die Hilchenbacher Kirche, links das Rathaus

Die Sonne hat schon gut Kraft, aber ein leichtes Lüftchen sorgt für angenehmes Klima.

Der erste Anstieg lässt auch nicht lange auf sich warten. An der Wilhelmsburg geht es teilweise steil hoch. Wer hier wohnt, hat einen wunderbaren Ausblick.

Strammer Anstieg mit Ausblick

Oben angekommen, geht es auf einem Wiesenweg weiter. Obwohl schon gemäht und abgefahren wurde, liegt immer noch ein Duft von frischem Heu in der Luft. Ich liebe das, es riecht nach Sommer.

Und dieser Ausblick. Obwohl es etwas diesig ist, sieht der Rothaarkamm einfach toll aus. Ich freue mich, nachher dort oben zu laufen.


Bis dort oben hin dauert es noch eine ganze Weile

An der Bank im Schatten zweige ich nach links ab. Nun geht es am Steimel entlang Richtung Helberhausen. Bald öffnet sich der Wald und man kann das Tal überblicken. Eine leuchtend rote Bank läd zum Hinsetzen ein.


Helberhausen, erst Urlaubsort, dann unser erstes zu Hause im Siegerland

Während der Weg weiter ins Dorf führt, geht es für mich auf einem Trampelpfad weiter. Ich liebe solche Wege durch die Natur.


Trampelpfad ins Tal...

...mit wundervoller Aussicht

Der Pfad führt hinunter in das Tal der Bäche. Ideal für einen netten Morgen- oder Nachmittagsspaziergang. Bisher ist mir aber noch kein Mensch begegnet. Ich genieße das kurze Stück durchs Tal, denn gleich geht es noch einmal etwas steiler den Berg rauf.


Das wunderschöne Bächetal

Es dauert nicht lang bis zum Abzweig nach links. Auf weichem Waldboden und mit einem Blätterdach als Sonnenschutz geht es den Berg rauf. Da ich hier schon einmal hochgestiefelt bin, kommt es mir auch nicht so lang vor.
Und schon stehe ich auf der Hochwaldstraße, auf der es bis zum Rothaarkamm weiter geht. Jetzt heißt es, Augen auf, Hohlwegalarm.
Westlich des Spiel- und Rastplatzes Burgseifen kann man noch jede Menge alter Handelsstraßen erkennen. Mehr oder weniger tief sind sie gut zu sehen.
Schon lang, bevor die Hochwaldstraße asphaltiert wurde, herrschte hier reger Verkehr.
Man braucht nur von der Straße aus mal ein paar Schritte in den Wald gehen.

Nicht ganz so tiefer Hohlweg neben der Straße

Schöner tiefer Abschnitt oberhalb des Festplatzes

Für mich ein richtiges Hohlweg-Paradies. Ein besonders schöner Weg führt direkt links neben der Straße bergauf. Leider ziemlich zugewuchert und nicht zu sehen. Aber ein Stück weiter oben zeigt er sich dann.


Vor mehreren hundert Jahren war dort unten viel los.

Der Weg nähert sich der Straße, von der er überbaut wurde. Aber es ist schon toll. Wie oft sind wir früher hier hoch und runter gewandert, ohne zu wissen, dass es direkt neben der Straße historische Wege gibt.

Nach wenigen Minuten bin ich dann auch fast oben. Wie wohl die neue Ferndorfquelle "live" aussieht? Die wenigen Bilder im Internet wirkten ziemlich erschreckend.

Der erste Blick ist dann doch recht gewöhnungsbedürftig. Früher sah die Quelle von der Straße richtig romantisch aus, so mitten zwischen den Bäumen. Die kleine Plattform, die Bank, da werden Erinnerungen wach.

Jetzt ist es eine richtige Lichtung, da einige Bäume gefällt wurden. Die Bank gibt es nicht mehr, die Plattform wurde auch abgerissen. Stattdessen wurde über der freigelegten Quelle ein "Nest" gebaut, ein Aussichtsplatz.


"Aussichtsnest" über dem Quellbereich

Es ist schon nett gemacht, aber ich fand´s vorher schöner. Naja, mal näher betrachten.

Aber, Momentchen, hier war doch noch etwas. Stichwort Geocaching...

Ich habe nur noch den Tipp in der Beschreibung im Kopf und blicke mich ein wenig um. Und mir fällt tatsächlich etwas ins Auge.
Nur wenige Sekunden später halte ich meinen ersten Cache in den Händen. Das ist mal pures Anfängerglück. Zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle stehen geblieben und in die richtige Richtung geschaut. Stolz wie Bolle trage ich meinen (Cache-)Namen und das Datum in das kleine Logbüchlein ein, dazu noch der Vermerk "no trade". Das war ja mein erster Versuch, und so habe ich noch nichts zum tauschen dabei. Schnell kommt der Schatz wieder an seinen Platz, und auch die Tarnung wird so drapiert, wie ich es vorgefunden habe. Perfekt.

Nun aber weiter zur Quelle.

Man sieht der Natur den Eingriff immer noch an. Im Nest komme ich mir vor wie ein Adlerjunges in seinem Horst.


Ein riesiges Adlernest

Unterhalb des Nestes fließt das Ferndorfwasser an mehreren Stellen aus dem Fels

In einem Zeitungsbericht wurde bemängelt, dass man nun nicht mehr ans Wasser kommt. Kommt man aber. Neben dem Nest kann man absteigen und sogar einen kleinen Becher mit frischem Quellwasser füllen.

Originell ist das Quellentelefon. Was aussieht wie eine Outdoordusche für verschwitzte Wanderer, ist ein Hörrohr. Legt man sein Ohr daran, kann man es leise gluckern hören. Ich hätte es allerdings braun lackiert, passt besser zum Nest.


Das Quellentelefon

Ich mache mich wieder auf den Weg. Es geht nämlich historisch weiter. Oberhalb der Quelle, an der Straße, steht eine Tafel, die den Wanderer über Landwehren informiert. Es ist ja von hier aus nicht mehr weit bis zur Grenze.

Etwas kleiner steht noch darunter, dass man sich hier am ehemaligen Helberhäuser Schlag befindet, an dem die wichtige Handelsstraße von Hilchenbach nach Wingeshausen kontrolliert wurde. Schaut man sich dann um, fällt erstmal nichts besonderes auf. Die hätten ja noch dazu schreiben können, wo der alte Hohlweg verläuft.

Etwas oberhalb der Tafel steht eine Bank neben einem Gedenkstein. Früher musste man die Böschung raufkraxeln, mittlerweile gibt es eine kleine Treppe mit Geländer. Gut gemacht.

Steht man jetzt vor der Bank, befindet sich rechts daneben der alte Hohlweg (wenn man auf der Bank sitzt, dann links)


Der alte Handelsweg nach Wingeshausen

Eine kleine Pause lege ich auf der Bank auch ein. Schön, hier oben zu sitzen. Ein Mountainbiker radelt vorbei, der erste Mensch, den ich heute zu sehen kriege.

Bald darauf zieht es mich weiter. Nun geht es auf den Rothaarsteig. Diesen Weg sind wir früher sehr oft gewandert. Eine Strecke mit vielen Kindheitserinnerungen.


Rothaarsteig Richtung Giller

Nicht ganz so tiefer Hohlweg neben dem Hauptweg

Heute ist gar nichts los hier, man merkt, dass es in der Woche und außerhalb der Ferien ist. An einem Sonntag wären mir schon viele Wanderer und Radfahrer begegnet. Heute habe ich den Weg für mich allein.

Die Sonne hat inzwischen ordentlich zugelegt. Kyrill hat hier einiges abgeräumt, dennoch ist die Natur schön anzusehen. Nur der Weg ist nicht mehr so toll, eine richtige Schotterpiste. Ich ziehe mein Tempo etwas an, Kilometer fressen sagen manche dazu.


Landschaft hui - Weg pfui....Premiumwanderweg Rothaarsteig....

Mit flottem Tempo erreiche ich schnell den Giller. Wird langsam Zeit, mir einen Platz für meine Mittagsrast zu suchen und zu überlegen, wie es nun weitergeht.

Vielleicht doch bis Erndtebrück und mit dem Zug nach Hause? Oder nur bis zum Haltepunkt Lützel?


Barfuß-Parcours auf dem Giller


Ginsberger Heide


Netter Rastplatz, aber zu heiß heute

Ich bekomme Lust, die Ginsburg zu besuchen. Ist ja auch schon wieder einige Jahre her. Und so formt sich ein Plan. Mittagspause an der Burg, und dann über einen Teil des Jung-Stilling-Weges und dem Hilchenbacher Höhenring zurück nach Hause. Ja, so ist es perfekt.


Die Köhlerhütte im Frühsommer

Gut gelaunt marschiere ich den schönen Waldweg zur Burg. Zwei Herren kommen mir entgegen, die zum Fotografieren an der Burg waren.

Die Ginsburg-Stube hat geöffnet, aber der Biergarten ist noch leer. Eine herrliche Ruhe hier oben. Eine Bank im Schatten ist schnell gefunden. Pause, Beine ausstrecken, wohlfühlen.


Oh ja, den habe ich heute

Nach einer guten halben Stunde packe ich mein Picknick zusammen und stecke mir ein wenig Kleingeld in die Tasche. Beim Betreten des Turmes wird um eine kleine Spende zur Erhaltung der Burg gebeten, dem komme ich gerne nach.
Nur noch die breite Wendeltreppe rauf, dann kann man die Aussicht genießen. Bei diesem Wetterchen ist das natürlich top.


Könnte mal einen neuen Anstrich vertragen.

Hilchenbach

So, genug geschaut, ab nach unten.

Auf dem Weg zum Zollposten überholt mich ein Mountainbiker, der zweite Mensch, der mir heute begegnet. Ich habe den Weg für mich allein und genieße die herrliche Natur.


Gewaltige Baumwurzeln

Spinnen WG

Und natürlich ein Hohlweg...

Ich überquere die B 508, passiere den Zollposten und verschwinde wieder im Wald.
Auf schönen Pfaden und Wegen geht es abwechselnd durch Laub- und Nadelwald. Es duftet so gut nach warmen Holz. Bald ist von der Straße nichts mehr zu hören. Dass die Trasse der Rothaarbahn ganz in der Nähe verläuft, hört man nur, wenn mal ein Zug vorbeifährt. Unter der Woche einmal stündlich, am Wochenende aller zwei Stunden.
Es ist richtiges Genusswandern.


Schöner Trampelpfad

Bahnstrecke Richtung Zollposten

Es duftet herrlich nach Wald

 
 
Der Weg führt über den Rehberg und dann angenehm bergab. Ein kurzes Päuschen auf einer Bank am Weg lege ich noch ein. Es ist schön, hier zu sitzen und der Natur zu lauschen. Erst als die Rothaarbahn sich mit einem Tuten ankündigt, marschiere ich weiter.


Bank in der Nähe der Bahntrasse

Das wäre ein netter Picknickplatz

Bald darauf erreiche ich die Wegespinne, an der auch das Gebiet des Hilchenbacher Ruheforstes beginnt. Ein wunderbarer Ort für die letzte Ruhe. Hier möchte ich auch gerne ankommen, wenn die Zeit für die letzte Wanderung gekommen ist.


Ruheforst Hilchenbach

 
Gedenkplatz

Am Ende des Ruheforstes geht es noch einmal über die Bahnlinie und dann durch Buchenwald bergab.
Hier wurde die Wegführung geändert, zu ihrem Vorteil. Anstatt am Rande des Wohngebiets, steigt man nun in großen Serpentinen ins Tal. Das gefällt mir sehr gut.


Abstieg durch Buchenwald

 
Rückkehr in die Zivilisation

Immer am Hang entlang

Die neue Wegführung ist super, so braucht man im Tal nicht durch das nicht so schöne Industriegebiet hinterm Bahnhof.

Stattdessen kommt man in der Nähe des Ningeln-Weihers heraus. Schön ist es hier. Man kann zwar den Verkehr auf Hilchenbachs Hauptkreuzung hören, aber nicht sehen. Ich weiß gar nicht, warum der Weiher von vielen als Tümpel bezeichnet wird. Ich bin das erste Mal hier oben und stelle fest, dass er doch ziemlich groß ist. Sogar Fische kann ich erkennen.


Die letzten Meter in der Natur

Ningeln-Weiher

Auf dem Foto sind die Fische nicht zu sehen...

Der Weg endet in der Sterzenbacher Straße. Auf der Kreuzung gibt es volle Breitseite Zivilisation, auch ein kleiner Ort wie Hilchenbach hat ordentlich Feierabendverkehr. Willkommen zurück.

Die letzten Meter lege ich auf dem gleichen Weg zurück wie heute morgen.


Ferndorfbach an der belebten Kreuzung

Einkaufszentrum Gerberpark

Homebase schon im Blick

Um 15.15 Uhr bin ich wieder daheim. Witzig, schon wieder 7 Stunden. Das ist ungeplant meine typische Wanderzeit.

Es war ein wunderschöner Tag bei bestem Wetter in herrlichster Natur.

Fazit: 




 

Freitag, 15. Mai 2015

"Onkelküser" Themenrundweg

Wanderung vom 14.05.2015


Feiertag, Wandertag. Die Sonne strahlt von einem leuchtend blauen Himmel, nur ein paar Schleierwolken sind zu sehen. Es ist nicht mehr ganz so warm wie unter der Woche, aber egal - Hauptsache Sonne satt.

Punkt 8 Uhr stehe ich schon beim Bäcker, um mir meinen Proviant zu kaufen. Dann schnell heim, Rucksack packen, und ab zum Auto.

Für heute habe ich mir den "Onkelküser" Themenrundweg ausgesucht, ein Rundwanderweg über die Höhen rund um Unglinghausen, einem Dorf in unserer Nachbargemeinde Netphen.

Ich kann es kaum erwarten, endlich loszuziehen. Die Natur steht in voller Blüte, saftiges Grün, soweit das Auge reicht.

Parken kann man an der Bürgerbegegnungsstätte in Unglinghausen, welche auch der erste Themenpunkt ist. 1924 als Volks- und Sonderschule erbaut, ist sie nun ein Treffpunkt, an dem auch gerne gefeiert wird. Heute ist es ruhig, nur ein Auto steht bereits auf dem Parkplatz.

Bürgerbegegnungsstätte im Ort, Parkplatz und Start/Ziel des Rundwegs

Eines der beiden Wanderzeichen, die den Weg weisen.

Und los geht´s. Erst einmal an der Hauptstraße entlang. Am heutigen Feiertag ist es sehr ruhig im Ort, nur selten fährt mal ein Auto vorbei. Ich mag ja eigentlich keine Ortsdurchwanderungen, aber die blühenden Vorgärten der Unglinghäuser sorgen für Kurzweil.
Themenpunkt 2 erscheint zu meiner Linken, das Geburtshaus von Jacob Heinrich Schmick (1824 - 1905). An dieser Stelle oute ich mit mal als "Kulturbanause innerorts". Alles, was es in Wald und Flur zu entdecken gibt, hat mein größtes Interesse. Deswegen marschiere ich direkt weiter. Okay, ein Foto.

Geburtshaus Jacob Heinrich Schmick

Ein ruhiger Feiertagsmorgen in Unglinghausen

Um so erfreuter bin ich, als der Ortsausgang erreicht ist, und der Weg nach links abbiegt. Natur, ich komme.

Gleich geht es in den Wald

Über den Unglinghäuser Bach geht es zunächst noch an ein paar Wohnhäusern vorbei, dann endlich Natur. Der Weg steigt stetig an, zuerst noch über Asphalt, dann auf einem schotterigen Wirtschaftsweg.

Saftiges Grün in der Morgensonne

Blick zurück nach Unglinghausen

Bald ist die Zivilisation hinter der nächsten Kurve verschwunden, und ich genieße den angenehmen Anstieg. Die Vögel zwitschern, was das Zeug hält, und es duftet nach Wald, herrlich.

Mit der ehemaligen Grube Waidmann ist der nächste Themenpunkt erreicht. Der Stolleneingang ist liebevoll restauriert, und eine Hinweistafel informiert über den einstigen Grubenbetrieb von 1893 bis 1910.
Durch das Gitter schaue ich in den Stollen. Alles dunkel, da nützt auch der Kamerablitz nicht viel. Aber trotzdem toll.

Grube Waidmann

Blick in den dunklen Stollen

Der Weg macht nun eine scharfe Linkskurve, und die Steigung ist kaum noch zu spüren. Er ist immer noch recht breit, aber nicht mehr so schotterlastig. Links Nadel- und rechts Laubwald. Bisher ist mir noch keine Menschenseele begegnet. Ob ich wohl Vatertagsgruppen mit Bollerwagen treffen werde?

Der Wald zu meiner Linken lichtet sich und gibt eine wundervolle Aussicht frei. Eine Bank läd geradezu ein, sich zu setzen und zu genießen. Über Nieder-Unglinghausen schweift mein Blick über die Höhen, die ich später entlang wandern werde. Ist das schön hier. Neben meiner Kamera mach ich auch schnell noch ein Handyfoto. Das Wanderhexchen ist mittlerweile modern und postet ein Bild auf Facebook, für  Freunde und Bekannte. Es lebe das mobile Internet.....

Rastplatz mit herrlichster Aussicht

Blick auf Nieder-Unglinghausen und den späteren Wegverlauf

Ich habe Zeit und bleibe noch eine ganze Weile dort sitzen.

Dann aber langsam weiter. Immer wieder bieten sich Ausblicke, mittlerweile in beide Richtungen. Schließlich erreiche ich die Straße zwischen Unglinghausen und Herzhausen, die es zu überqueren gilt. In einiger Entfernung entdecke ich unsere Hilchenbacher Windräder sowie die Ginsburg und den Gillerberg. Der Löwenzahn ist nun bald verblüht, aber der Ginster leuchtet wunderbar gelb.

Volle Blüte

Hilchenbacher Windpark in Sicht

Blick Richtung Giller und Ginsburg

Abwechseld durch Wald- und ehemalige Kyrillflächen geht es sanft auf und ab. Und endlich treffe ich den ersten Menschen für heute in Gestalt eines Reiters. Kommt mir entgegen, biegt aber nach links ab.

Immer wieder etwas Ausblick

Dafür informieren gleich zwei Tafeln hintereinander über die Besonderheiten vor Ort. Zum einen befinde ich mich hier im ehemaligen Grubengebiet der Lichtenhardt, zum anderen wurden hier Anno 1951 jungsteinzeitliche Tonscherben gefunden. Also ein Ort mit bewegter  Vergangenheit.

Bewegung kommt mir nun auch entgegen. Vier Mountainbiker radeln fröhlich grüßend vorbei. Es gibt also doch noch Leute, die hier oben unterwegs sind.

Der Weg taucht wieder in den Wald ein, es geht nun ins Quellgebiet des Sineborn, einem möglichen Standort alter Schmelzöfen.
Die Quelle ist leicht zu finden, ein schöner Stein steht unübersehbar am Wegesrand. Eine flache Treppe führt hinunter zur gefassten Quelle, es gibt auch eine etwas morsche Bank.

Aufschrift am unteren Rand: Ohne Wasser kein Leben - ein wahrer Spruch

Quelle und Ruhebank

Durch leuchtend grünen Buchenwald geht es weiter auf der Lichtenhardt. Die nächste Tafel kommt in Sicht. Aha, der höchste Punkt des Rundwegs ist erreicht, auf 494 m. Bei gutem Wetter soll man hier eine Aussicht bis in den Westerwald haben. Junge Birken und Fichten sowie Ginsterbüsche versperren ein wenig die Sicht, aber einen kleinen Blick kann ich doch erhaschen.

Ein bisschen Fernsicht ohne Westerwald

In ein paar Jahren wird man hier keine Fernsicht mehr haben, die jungen Bäume wachsen nun mal weiter. Hihi, dann kann das Hinweisschild weg....

Durch leuchtend grünen Buchenwald geht es weiter über die Lichtenhardt.
Ein Weg quert, und ich treffe auf einen alten Bekannten. Das ist der Rothaarsteig-Zuweg vom Giller nach Kreuztal, den ich im November gewandert bin. Ihm werde ich nun eine Zeitlang folgen. So schön die Tour vor einem halben Jahr auch war, im Frühling und mit Sonnenschein ist es doch schöner.

Das gelbe Zeichen kenne ich doch...

Hier ist auch gleich etwas mehr Betrieb. Zwei Joggerinnen kommen mir entgegen, ein Reiter überholt mich, dann noch einer. Kurz vor der Kredenbacher Höhe kommen noch Nordic-Walker und Spaziergänger dazu.

Schnell husche ich über die Straße und laufe am kleinen Wanderparkplatz vorbei. Hier begegnen mir dann auch die ersten Wanderer.
Kurze Zeit später habe ich den Weg wieder für mich allein -  erstmal.

So macht wandern Spaß

Jetzt heißt es Augen auf. In Kürze geht es zur Waldesstille, einer Lichtung mit 180jährigem Eichenbestand. Habe ich im November übersehen. Allerdings auch nicht die Hinweistafel gelesen, nur auf der Karte entdeckt.
Der Abzweig ist bald erreicht, und die Eichen kann ich auch schon sehen. Zur Waldesstille geht es ca 30 m vom Hauptweg ab.
Ein wirklich friedlicher Ort mit vielen Bänken zum verweilen. An Pfingsten findet hier jährlich ein Open-Air-Gottesdienst statt. Das stelle ich mir sehr schön vor.

Die Waldesstille, ein idyllischer Ort

Nachdem immer mehr Spaziergänger hierher kommen, verlasse ich den friedlichen Ort wieder und folge dem Wanderweg. Weit ist es nicht mehr bis zur Wolfsbornquelle, an der ich den vertrauten Weg verlasse.
Es ist schon interessant. Im November waren viele Leute unterwegs, heute habe ich die Quelle für mich. So kann ich in Ruhe fotografieren. Die Bilder vom November waren ein wenig verwackelt durch den bedeckten Himmel.

Schutzhütte Nähe Wolfsbornquelle

Sonnenschein an der Wolfsbornquelle

Auf weichem Waldboden geht es nun stetig bergab. Hier kommen mir noch zwei Reiter entgegen. Der Weg wird etwas breiter, und kurz darauf steht die dritte und letzte Straßenüberquerung an. Es ist die Straße von Unglinghausen nach Obersetzen. Auf der anderen Seite steigt der Weg wieder an, und es gibt Aussicht Richtung Obersetzen und Siegen.

Noch ein weiter Blick ins Siegerland

Durch hohen Fichtenwald geht es weiter den Berg hoch. Schön, wie die Sonne durch die Bäume scheint. Ich höre wieder einen Specht, kann ihn aber auch diesmal nicht entdecken.

Durch hohe Fichten geht es weiter

Schließlich neigt sich der Weg wieder. An der alten Grenzeiche, die die Gemarkungen von Unglinghausen und Obersetzen markiert, treffe ich dann auch endlich auf die erste Vatertagstruppe. Eine Gruppe aus mehreren Generationen, vom Opa bis zum Enkel, macht hier Rast und grüßt fröhlich. Eine kleine Gitterbox auf Rädern, die den Bollerwagen ersetzt, ist zünftig mit Birkenzweigen geschmückt und enthält Getränke aller Art für Jung und alt.

Der Wegweiser verwirrt mich ein wenig. So ganz wird mir nicht klar, wohin der Pfeil am Baum zeigt. Nach rechts? Nee, falsch, das ist der Netphener Rundweg. Vielleicht nach ganz rechts?
Die Herren der Wandergruppe fragen, ob sie helfen können und schicken mich auf den richtigen Weg. Vielen Dank noch einmal. Kurze Zeit später entdecke ich auch wieder mein Wanderzeichen.

Jetzt geht es recht steil den Berg runter. Das Bächlein, das an der Wolfsbornquelle entspringt, windet sich ins Tal. Wie es wohl heißt? Wolfsbornquellbach? Notiz an mich: zu Hause auf der Online-Karte nachschauen.

Der Weg zweigt nach links ab, jetzt geht es auf angenehm weichen Boden eben durch Buchenwald.

Angenehm zu laufen

Auf einmal sind Autos zu hören. Ein Blick die mittlerweile steile Böschung runter, und ich kann die Straße nach Unglinghausen entdecken. Bald darauf kommen auch die ersten Häuser in Sicht. Wird langsam Zeit für eine längere Rast, sonst schleppe ich mein Picknick wieder mit nach Hause.

Es dauert auch nicht mehr lange, und ich entdecke die perfekte Bank mit Aussicht. Super, sogar ein altes Holzbrett als Tisch gibt es. Super, hier gefällt´s mir.

Die Bank ist mein

Herrlich ist es, hier zu sitzen. Ich habe einen klasse Rundblick auf die gelaufene Strecke und entdecke sogar die Bank meiner ersten Pause. Zeit für einen Blick durch´s Fernglas. Ha, da oben sitzt jemand, ist gut zu erkennen.

Rechts oberhalb der großen Tannen steht die Bank mit der wundervollen Aussicht

Es macht Spaß, die Landschaft durch das Fernglas zu betrachten. Ich entdecke noch einige markante Punkte des gewanderten Weges.

Nun ist aber Zeit zum Weiterziehen. Es ist jetzt nicht mehr weit bis zum Auto.
Die breiten Zaunpfähle laden ein, es mal mit einem Wander-Selfie zu probieren. Naja, das Ergebnis ist so lala.

Selfies muss ich noch üben....*grins*

Der restliche Abstieg ist recht unspektakulär, es geht bald ins Dorf. Durch ein Neubaugebiet wandere ich zur Hauptstraße und kann noch einmal den Weg von heute morgen entdecken.


Dort hinten ging es vor einigen Stunden bergauf

Mittlerweile ist mir doch ganz schön warm in meiner Fleecejacke. Aber man sollte das Lüftchen nicht unterschätzen.
An der Hauptstraße geht es nun wieder zurück zur Bürgerbegegnungsstätte. Komisch, heute morgen hat sich der Weg nicht so gezogen.

Nettes Plätzchen im Dorf

Wieder zurück von der Tour

Nach gut 4,5 Stunden bin ich dann wieder beim Auto. Erster Blick auf´s Thermometer, 18°C. Hui, kam mir am Ende wärmer vor.


Fazit: Ein wunderbarer Rundweg, von dem ich sicher noch ein paar Tage schwärmen werde. Abwechslungsreiche Natur, mal durch Laub-, mal durch Nadelwald, immer wieder herrliche Ausblicke. Hier kommt keine Langeweile auf.
Uneingeschränkt zu empfehlen.

Hier gibt es viele Infos und Bilder zum Weg:

http://www.unglinghausen.de/sehenswurdigkeiten/onkelkuser-themenrundweg